Chronobiologie: biologische Rhythmen

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat sich schon vor Jahrtausenden mit den natürlichen Zyklen beschäftigt, denen unser Körper unterworfen ist. Nach der Lehre der TCM fließt die Lebensenergie (Qi, Chi, Prana) auf zwölf Bahnen, den sogenannten Meridianen, zyklisch durch unseren Körper. Im Rhythmus von zwei Stunden wird jeweils ein Organ besonders stark durchblutet, während ein anderes den Tiefpunkt seiner Leistungsfähigkeit erreicht.

Herzschlag, Atem, Schlaf: Wie alle Lebewesen unterliegen auch wir Menschen einem biologischen Rhythmus, der sich unser gesamtes Leben über periodisch wiederholt. Mit diesen physiologisch nachgewiesenen Phänomenen befasst sich die Wissenschaft der Chronobiologie. So ist heute empirisch bewiesen, dass Menschen eine biologische innere Uhr haben, die nicht nur unsere Emotionen, sondern auch unseren Körper maßgeblich bestimmt und beeinflusst. Ein Wissen, das sich in der westlichen Gesellschaft erst im 20. Jahrhundert herauskristallisiert hat, wird in der traditionellen chinesischen Medizin aber schon seit Jahrtausenden gelehrt.

Yin und Yang – die Vereinigung der Gegensätze

Die traditionelle chinesische Medizin untersucht den Zusammenhang zwischen Werden und Vergehen, sprich den beständigen Wandlungen, denen alles Leben unterworfen ist. Philosophischer Kern ist der Dualismus des Yin und Yang sowie die Fünf-Elemente-Lehre.

Das der Yin- und Yang-Lehre zugrunde liegende Prinzip ist gedanklich nicht einfach zu fassen. So stellen Yin und Yang zwei die gesamte Natur durchdringende Kräfte dar. Einerseits sind Yin und Yang einander polar entgegengesetzt, andererseits beziehen sie sich durch diese strenge Gegensätzlichkeit stets aufeinander. Keine der Kräfte bzw. Prinzipien kann ohne ihr Gegenstück existieren.

Die traditionelle chinesische Medizin zieht die Kräfte des Yin und Yang zur Erklärung von Wandlungsprozessen heran. So geht ein Absinken von Yin zwangsweise mit einem Anstieg von Yang einher. Der beständige Zyklus des Yin und Yang ist das Grundprinzip jeder Bewegung und jedes Wandlungsprozesses. Das gilt für den Gezeitenwechsel ebenso wie für den natürlichen Rhythmus, dem unser Körper unterliegt.

Die Fünf-Elemente-Lehre

Die sog. Fünf-Elemente-Lehre steht neben der Lehre des Yin und Yang. Die fünf Elemente, in die sich gemäß der TCM sämtliche Dinge einteilen lassen, gehen aus dem Prinzip des Yin und Yang hervor. Während sich Holz und Feuer dem Yang zuordnen lassen, gehen Metall und Wasser aus dem Yin hervor. Das Element Erde, das durch Wandlung gekennzeichnet ist, lässt sich dagegen Yin und Yang gleichermaßen zuordnen.

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