Frische Luft, Stille und Natur: das sind drei Dinge, die Körper, Geist und Seele gut tun

Etliche Studien besagen, dass Spaziergänge förderlich für unsere körperliche, mentale und seelische Gesundheit sind. Wissenschaftliche Untersuchungen über die heilende Wirkung von Meditation und Hypnose gibt’s es zahlreiche. Dass ein Spaziergang im Grünen mindestens genauso gut für unsere Gesundheit ist, zeigt sich in immer mehr Studien. Dabei stellt sich heraus, dass Spaziergänge vor allem dazu beitragen, uns aus psychischen Stimmungstiefs zu holen.

Aber das ist längst nicht alles. Hinzu kommt die heilende Wirkung von Bäumen und Wäldern. Marc Berman, Umwelt- und Neuropsychologe an der Universität von Chicago, fand heraus, dass je mehr Bäume in der Nähe eines Menschen wachsen, desto geringer sei die statistische Gefahr, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und anderen typischen Zivilisationskrankheiten zu leiden. Ursächlich dafür seien sogenannte Terpene in der Waldluft, aromatische Substanzen von Hölzern und Blättern, von Nadeln und Rinden, wie der Medizinprofessor Qing Li und sein Team von der Nippon Medical School in Tokio herausfanden.

Viele Menschen leiden an den typischen Stresssymptomen

In unserer modernen Gesellschaft sind wir Menschen immer mehr Stress ausgesetzt. Chronische Erkrankungen und psychische Belastungen nehmen zu. Viele Menschen leiden an den typischen Stresssymptomen, aus denen Kopfschmerzen, Magenprobleme, Depressionen und Burnout resultieren können. Immer mehr Menschen haben mit psychischen Problemen zu kämpfen, lassen sich therapeutisch behandeln und nehmen regelmäßig Medikamente. Dabei gibt es einfache, natürliche Mittel, die eine ähnliche Wirkung wie Medikamente haben: zum einen Meditation und zum anderen Spaziergänge mit viel frischer Luft, in Ruhe und Stille sowie in der Natur und im Wald: Psychologen, Gesundheitsexperten und Forscher haben den Spaziergang als grüne Therapie wiederentdeckt. Zwischen Vogelgezwitscher, Wassergeplätscher und dem Wiegen der Bäume im Wind finden Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht – und wir selbst zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit.

Spaziergänge als grüne Medizin für unseren Körper

Durch einfaches Gehen wird unser Körper im gesunden Maß beansprucht, ohne dass er zu stark belastet wird. Die Sauerstoffversorgung steigt um ein Vielfaches, wodurch unsere Lungenkapazität maximiert wird. Gleichzeitig sinken die Blutfettwerte und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Der Stoffwechsel kommt in Schwung und das Immunsystem wird stimuliert.

Laut einer Studie des Gesundheitsexperten und Sportwissenschaftlers Prof. Ingo Froböse hat das Gehen einen ähnlichen Effekt auf unseren Körper wie das Joggen: „Es kommt natürlich immer auf die Trainingssituation und den Trainingszustand eines Menschen an. Aber 80 Prozent der Menschen sind relativ untrainiert und sind bei einem fünf bis zehn Kilometer langen, strammen Spaziergang bereits an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit.“

Die Natur als Ersatz für „Psychopharmaka“

Britische Forscher haben im Rahmen der Studie „Ökotherapie: die grüne Agenda für psychische Gesundheit“ herausgefunden, dass ein Spaziergang in der Natur zu messbaren Veränderungen bei Depressionen führt und diese lindert. Durch das Gehen (auch in Kombination mit der Sonneneinstrahlung) werden in unserem Körper vermehrt Endorphine ausgeschüttet. Diese Glückshormone sorgen dafür, dass sich unsere Stimmung aufhellt und wir aktiver und wacher werden. Weil inaktive Menschen die negativen Auswirkungen von Stress schlechter kompensieren können, begünstigt alltäglicher Bewegungsmangel auch psychische Verstimmungen.

Bewegung funktioniert wie ein reinigender Filter. Bei körperlicher Aktivität ist der Mensch so abgelenkt, dass er nicht in der Lage ist, sich mit seinen Problemen zu beschäftigen. Sie verlieren dadurch an Bedeutung, lautet die Erklärung. Körper, Geist und Seele werden durch die frische Luft sozusagen restauriert und renoviert (ähnlich wie im Schlaf).

Spaziergänge gegen Kummer und Frust: möglichst alleine

Je mehr Zeit man sich für einen Spaziergang nimmt, der reinigend und gesund für Körper, Geist und Seele ist, umso besser. Ideal wären wenigstens 30 Minuten am Tag. Der Körper braucht eine gewisse Zeit, bis die ganzen Systeme „hochgefahren“ sind und sich eine Balance einstellt.

Auch auf den gewählten Ort für den Spaziergang kommt es an. Eine Großstadt ist nicht so empfehlenswert wie die Natur. Wenn aus Zeitgründen nur ein Spaziergang in der Stadt möglich ist, sollten so viel Grünanlagen und Parks wie möglich genutzt werden. Mit künstlichem Licht, Lärm, anderen Mitmenschen und viel Informationen gelingt uns Ablenkung deutlich schwerer. Wir brauchen eine mentale Reinigung. Deshalb raus aus der Flut an Informationen und raus aus der Alltagshektik. Ein Spaziergang in der Natur wäre die beste Wahl.

Dabei ist es noch besser, alleine und nicht in Gesellschaft spazieren zu gehen. Das Tempo ist so individuell und man setzt sich in Gesprächen mit den Mitmenschen nicht mit dem Alltag und seinen Problemen auseinander. Dabei ist es wichtig, sich auf sich selbst und auf die Umgebung zu konzentrieren. Alleine beim Spaziergang in der Natur zu sein, ist das beste Abschaltprogramm von belastenden Alltagsgedanken.

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